Noch war den weit gereisten Waldenburgern nicht klar, welche Verheißung in dem Klang der vormittäglichen Blasmusik über dem dichten Klepsauer Grün, lag. Auch, dass ausgerechnet jene Waldenburger etwas Kork in die Weinfests-Euphorie Klepsaus bringen sollten, war in jenem Moment um 13 Uhr Ortszeit, einzig Teil besonders optimistischer Prognosen. Und mit Beginn des Spiels begannen wohl auch jene besonders Optimistischen an einem Auswärtssieg zu zweifeln. Das Spiel der TSV schien abgestimmt, wie das der Trompeten, in die weiter rastlos und von großer Ausdauer zeugend, geblasen wurde. Präzise, Pass für Pass lief der Ball in den Reihen der Gastgeber hin und her, bis plötzlich schnell in die Tiefe gespielt wurde, als habe der Dirigent mit einem Mal begonnen, wie wild geworden und dennoch von beachtlicher Präzision, seinen Staab zu schwingen. Chance um Chance erspielten sich die Hausherren. Rot wie die Köpfe der außer Atem geratenen Blasmusiker, wurde der des Waldenburger Trainers, welcher verzweifelt versuchte seine Mannen zu ordnen. Doch die Gastgeber glichen einem Amateur der zum ersten Mal das Fass anschlägt. Schlag um Schlag, Chance für Chance, aber weder der Hahn steckte im Fass noch fand der Ball das Netz. Was auf der einen Seite nicht klappt, klappt bekanntlich oft auf der anderen. Nach einer Goes flanke, ließ ein Innenverteidiger der TSV die ganze Wut am Ball aus. Ein Kopfball, als zertrümmere der Amateur das ganze Fass mit einem mächtigen Hammerschlag, Holzsplitter und Hopfenschaum, das 1:0 für die TSG! Die Blasmusiker machten endlich Mittagspause, doch die TSV hatte Gefallen gefunden an der Selbstzerstörung. Nur wenige Minuten später flankte erneut der gewohnt wuselige, starke Jonathan Goes an den zweiten Pfosten. Dort war es diesem Mal nicht der Hammerschlag. Zur Zerstörungswut kam nun Ungeschick hinzu. Der Eine wollte den Tisch unters Fass stellen der Andere das Fass auf den Tisch. In der Gleichzeitigkeit führte dies zum Fall. Das 2:0 für die TSG, erneut ein Eigentor nach Flanke von Links. Die TSG zeigte dann wie es ging. Jonathan Goes schoss wie einst Thomas Müller zur Eröffnung des Oktoberfestes Schlug. Ein Schlag und angezapft – Ein Schuss drei Tore. Vorrausgegangen war dem Treffer ein schöner Spielzug und ein perfekter Schnittstellenpass von Dennis Bantel. Danach vergaß die TSG kurz, dass die Kraft und Qualität der Gastgeber sich auch wieder gegen sie wenden könnte. Folglich gelang es dem TSV nach einem schnell ausgeführten Freistoß auf 3:1 zu verkürzen. Doch die TSG antworte ihrerseits postwendend. Severin Abel fand den heute auf rechts außen stark aufspielenden Mathis Friedrich, welcher mit einem trockenen Abschluss ins kurze Eck den Spielzug veredelte. Mit Anpfiff der zweiten Halbzeit war auch die Mittagspause der Blasmusiker zu Ende gegangen. Sie bliesen nun zur Aufholjagt der Gastgeber. Doch das Spiel glich angesichts der Unbezwingbarkeit der TSG Viererkette Lukas Wieland, Sebastian Brönner, Benjamin Dimmler und Marcel Müller, einer Trauerkomödie. Dazu einer ehr langweiligen. Dennoch, Momente der Spannung kann man ihr nicht absprechen, nur löste diese der erneut überragend spielende Torhüter der TSG Waldenburg – Sven Nowak schnell und souverän auf. Kurz vor Schluss wurde den Gastgebern vom Schiedsrichter ein Strafstoß zugesprochen, der angesichts seiner Zweifelhaftigkeit den Verdacht aufkommen lassen könnte, der Schiedsrichter habe sich kurzerhand als Regisseur des Spiels begriffen und versucht dem Stück doch noch eine Wendung zu geben. Als solchen erwies er sich schließlich jedoch als untauglich. Die TSG verteidigte die letzten Minuten geschlossen, kämpferisch und souverän die 4:2 Führung. Schließlich hatten sie recht – die ganz Optimistischen. Die Zeit war reif und die Mannschaft hat sich das verdient! Die ersten drei von vielen Waldenburger Punkten in der A-Klasse!
Man of the Match:
Sven Nowak
Sven Nowak
Für die TSG spielten:
Sven Nowak, Lukas Wieland, Benjamin Dimmler, Sebastian Brönner, Marcel Müller, Otto Philipp, Severin Abel, Jonathan Goes, Janick Wieland, Dennis Bantel, Mathis Friedrich und Fabian Stirn
Sven Nowak, Lukas Wieland, Benjamin Dimmler, Sebastian Brönner, Marcel Müller, Otto Philipp, Severin Abel, Jonathan Goes, Janick Wieland, Dennis Bantel, Mathis Friedrich und Fabian Stirn
Trainer:
Alexander Küstner
Alexander Küstner
Vorschau:
Am kommenden Sonntag dem 13.09 steht das nächste Spiel in Amrichshausen an.
Herren: SC Amrichshausen – TSG Waldenburg
Anpfiff Erste: 15:00 Uhr / Anpfiff Reserve: 13:00 Uhr

