Mit einer jungen und breit aufgestellten Mannschaft wollte Spielertrainer Markus Röser am vergangenen Samstag dem Gästeteam aus Neuenstein Paroli bieten. Im ersten Ligaspiel nach einer zu langen Coronapause gelang dies bedauerlicherweise nicht.

Dabei begann die Partie nicht von vornherein schlecht für die Seniorenkicker der TSG Waldenburg. Diese boten zwar nur eine Sturmspitze auf, standen dafür allerdings kompakt mit einer bewährten Viererkette im Abwehrverbund. So wollten sie wohl vor allem im Mittelfeld ein Überzahlspiel herbeiführen. Jedoch spielten die Neuensteiner hinten mit einer Dreierkette und variablen zwei bis drei Stürmern, womit das vermeintliche Übergewicht der Hausherren in der Mitte des Spielfeldes schnell neutralisiert wurde.

Die Anfangsphase gestaltete sich demzufolge auch recht zögerlich. Beide Teams streckten zunächst ihre Fühler aus und beschränken sich auf gegenseitiges Abtasten.

Jäh durchbrochen wurde diese Sinnlichkeit dann zum Bedauern der Hausherren nach einer Viertelstunde. Röser verletzte sich im Laufduell mit dem gegnerischen Stürmer, dieser konnte ungehindert aufs Waldenburger Tor zulaufen und zur Neuensteiner Führung einschieben. Die TSG-Kicker mussten nun nicht nur einem Rückstand hinterher rennen, sondern auch noch den Ausfall ihres Abwehrchefs kompensieren. Timo Bauer füllte diese Lücke allerdings prächtig aus, denn obschon Neuenstein nach ihrer Führung keinesfalls einen Gang zurückschalteten, dirigierte er seine Abwehr vortrefflich.

Diese Kompaktheit der Hintermannschaft beflügelte auch die Vorderleute, Waldenburg drückte auf den Ausgleich und Michael Wolf erlöste nur zehn Minuten später die Bergstädter mit einem sehenswerten Heber von der Strafraumgrenze ins gegnerische Tor.

Beide Teams suchten nun vermehrt ihre Chancen, den Zuschauern bot sich ein munterer Kick, Kurzweil stellte sich nie ein, auch wenn die Torchancen beider Teams letztlich in nichts Zählbares verwertet werden konnten. Nach der Pause versuchten die Waldenburger sofort den Gegner unter Druck zu setzten, doch wollte das 2:1 einfach nicht fallen. Leider ließen sich die Gäste davon überhaupt nicht beeindrucken, hielten den Angriffsbemühungen stand und spielten selbst munter nach vorne. Nach gerade einmal sechs Spielminuten in der zweiten Halbzeit klingelte es dann im Kasten der Hausherren; ein wuchtiger Schuss aus halbrechter Position fand seinen Weg durch Freund und Feind. Dieser Treffer bohrte sich wohl tief in das Waldenburger Selbstbewusstsein. In der Folge versandeten die Angriffsbemühungen der Kicker aus dem Bergstädtle bereits kurz nach der Mittellinie, während die Neuensteiner ihre Chancen suchten und von den schwindenden Kräften der Hausherren profitierten. Keine fünf Minuten nach der Führung konnten die Gäste dann dank der Nichtahndung eines Foulspiels eine Flanke gefährlich vor das Waldenburger Tor drücken und freistehend abstauben.

Mit diesem 3:1 im Rücken spielten die Neuensteiner nun locker auf. Die Hausherren versuchten zwar, sich zu befreien und Torgelegenheiten zu kreieren, doch waren sie dazu insgesamt einfach nicht laufstark genug. Auch funktionierte gerade in dieser Phase das Zusammenspiel der Mannschaft nur bedingt. Die Neuensteiner vermochten nun, das Spiel nach ihrem Duktus laufen zu lassen. Das 1:4 aus Waldenburger Sicht resultierte dann aus einem Schnitzer der Abwehr, wieder stand ein gegnerischer Stürmer frei vor dem Waldenburger Kasten und konnte sich die Ecke heraussuchen. Neuenstein leckte nun Blut, erkannte, dass der Gegner einfach zu ermattet war und spielte drangvoll nach vorne. Der Waldenburger Keeper Weimann wusste allerdings Schlimmeres zu verhindern. Zehn Minuten vor Schluss blitzte dann das Konzept auf, dass die TSG-Senioren in den vergangenen Minuten so vergeblich gesucht hatten. Beherzt aus gefühlten 25 Metern zog Michael Hampel einfach einmal ab. Ein Strich, ein Pfund, ein Tor; nur noch 2:4. Jedoch ließen sich die Neuensteiner in der verbleibenden Restzeit nicht mehr die Butter vom Brot nehmen und entführten schließlich drei wertvolle Punkte vom Berg.